National Geographic
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Aktuelle Ausgabe 011/2026 vom 16.10.2026
Erscheinungsweise: monatlich
Die nächste Ausgabe erscheint am 13.11.2026.
Inhalt der Ausgabe 011/2026:
WO DIE ERDE AUSATMET
Andrew Thurber entdeckte in den Gewässern des McMurdo-Sunds neuartige Methanaustritte und dokumentierte ungewöhnliche mikrobielle Matten. Seine Untersuchungen zeigen, dass an vielen Stellen Methan aus dem Meeresboden aufsteigt und nicht immer von klassischen methanfressenden Archaeen verarbeitet wird. Taucher, Fernerkundung und ferngesteuerte Fahrzeuge identifizierten Dutzende neuer Quellen, deren Entstehung möglicherweise mit Abschmelzen von Gletschereis und Druckveränderungen im Untergrund zusammenhängt. Die Forschenden finden aber auch Hoffnung: An manchen Orten übernehmen neuartige Mikroben die Methanverwertung, sodass nur wenig Gas in die Atmosphäre gelangt.
ERST RETTET MAN DAS PARADIES UND DANN FÄNGT DIE ARBEIT AN
Mark Erdmann und lokale Partner etablierten in Raja Ampat ein Netz von Meeresschutzgebieten, das große Teile der Korallenriffe und eine wachsende Population von Mantarochen schützt. Der entstehende Tauchtourismus brachte Einnahmen und schuf Anreize für Schutzmaßnahmen, gleichzeitig führten Übernutzung, Anker‑schäden und illegaler Bergbau zu neuen Konflikten. Junge Aktivisten und soziale Medien zwangen 2025 die Regierung, vier umstrittene Nickelminen zu schließen, doch lokale Proteste und Zugangssperren zeigen, dass Schutzarbeit andauert. Erdmann fordert nun striktere Boots‑ und Ankersysteme, Obergrenzen für Tauchsafaris und eine stärkere lokale Verwaltung, um den Schutz langfristig zu sichern.
MÄCHTIGE MANGROVEN
Die Mangrovenwälder Gambias bilden ein dichtes Labyrinth aus Wurzeln, das Küsten schützt, Nährstoffe filtert und Lebensgrundlagen für Fischerei und Austernsammlerinnen bietet. Forscherinnen um Maiyai Taal Hocheimy und Margaret Awuor Owuor untersuchen, wie Salzgehalt, Meeresspiegelanstieg und Überfischung die Wälder und die lokale Ernährungssicherheit verändern. Gemeinden wie Ndangan sind wirtschaftlich abhängig von den Mangroven, doch steigender Salzgehalt, ausländische Trawler und Abholzungsdruck bedrohen diese Lebensweise. Wiederaufforstung und die Einbindung lokaler Gemeinschaften bieten Chancen, die Wälder zu erhalten und Einkommensalternativen zu schaffen.
DER NAVIGATOR IM KOPF
Nainoa Thompson und die Polynesian Voyaging Society demonstrierten mit der Hokuleʻa, dass traditionelle Navigatoren ohne Instrumente Tausende Kilometer über den Pazifik steuern können. Neurowissenschaftler wie Hugo Spiers messen Hirnaktivität und Bewegungsdaten von heutigen Navigatoren, um zu erforschen, wie Sterne, Dünung und Wind mental repräsentiert werden. Die Studien deuten darauf hin, dass erfahrene Navigatoren vielfältige Umweltinformationen zu räumlichen Karten verknüpfen, was auch Implikationen für kognitive Gesundheit und Lernstrategien hat.
IM REICH DER RIESEN
Zwergblauwale haben sich in der South Taranaki Bight vor Neuseelands Westküste angesiedelt und verbringen dort das ganze Jahr. Kim Bernard und Kolleginnen und Kollegen untersuchen, wie Krillvorkommen und Meeresbedingungen das Verhalten und die Verbreitung der Wale steuern. Die Forschenden messen Krillstoffwechsel, nehmen Walbiopsien und verfolgen akustische Signale, um Stress und Nahrungsverfügbarkeit zu verknüpfen. Ein Rückgang des Krills durch Erwärmung könnte die Nahrungsgrundlage der Wale verändern und weitreichende Folgen für Fischerei und Ökosysteme haben.
